Test Nikon Z6 für Hochzeiten

Test Nikon Z6

Test Nikon Z6 für die Hochzeitsfotografie

Im folgenden berichte ich über meine Erfahrungen mit Nikons spiegellosen Kamera, mein kleiner feiner Test zur Nikon Z6. Insbesondere möchte ich dabei auf die Nutzung im Bereich der Hochzeitsfotografie eingehen. In der Vergangenheit habe ich bereits einige Testberichte zu Nikon Kameras veröffentlicht, wie z.b. hier über die Nikon D850 oder auch über die Nikon D5.  

Mittlerweile fotografiere ich seid einigen Jahren mit Nikon, und bin mit der Nutzung äußerst zufrieden. Ich bin vor mehreren Jahren von Canon zu Nikon gewechselt. Dabei fühle ich mich nicht als fanatischer Nikon Befürworter. Und wer weiss was die Zukunft bringt. Vielleicht fotografiere ich in ein paar Jahren wieder mit Canon oder teste mal Sony aus. Ich bin sehr offen was die Zukunft angeht.

Denn gerade zur Zeit ist der Markt durch die Einführung der unterschiedlichen spiegellosen Kameras enorm interessant geworden. Nikon und Canon drängen enorm vor. Zur Zeit behauptet ganz klar Sony den Markt, da es ja diese bereits in der dritten Generation gibt. Aber es wird enorm spannend, wenn Nikon oder Canon mit der nächsten Generation wieder einiges an Boden gut machen werden.

Noch ein Hinweis. Ich bewerte die Z6 aus der Sicht eines Hochzeitsfotografen. Jemand der Portraits, Landschaft, Street oder Wildlife fotografiert, wird in einigen Punkten bestimmt anderer Meinung sein. Da ich auch nicht Filme, gehe ich nicht auf die Videoeigenschaften ein.

Nikons erste Generation der spiegellosen Kameras. Die Z6 und die Z7

Die Nikon Z6 sowie die Nikon Z7 sind Kameras die mir ein ständiges Auf und Ab an Gefühlen beschert haben bzw. immer noch bescheren. Dies hat bereits mit der Ankündigung der beiden Kameramodelle begonnen.

Test Nikon Z6

Die Ankündigung der Z6 und der Z7

Die erste Enttäuschung war ganz klar die Tatsache, dass beide Modelle nur einen Speicherkartenslot zur Verfügung haben. Ein wenig tröstete ich mich darüber hinweg, dass zumindest das XQD-Karten Format zum Einsatz kommt. XQD-Karten sind wesentlich robuster und schneller als SD-Karten. Wenngleich auch deutlich teurer.

Danach stellte sich die nächste Verunsicherung bei mir ein. Denn irgendwie konnte ich die Ankündigung der Z6 gut verstehen, aber nicht die der Z7. Ich bin nie davon ausgegangen, dass Nikon ein perfekte spiegellose Kamera auf den Markt bringt. Und das trifft die Z6 auch ganz gut. Sie ist eine Vollformat Kamera mit guten Features aber auch mit deutlichen Schwächen. Das kann ich in diesem Preissegment tolerieren. Gleichzeitig aber die Veröffentlichung der Z7? Die als Profikamera mit der Nikon D850 konkurrieren soll? Bei einer Kamera in diesem Preissegment, kann ich keine Schwächen mehr tolerieren. Und die Z7 hat deutliche Schwächen gegenüber der D850.

Warum ist Nikon nicht zuerst mit der Z6 auf den Markt gekommen, und hat abgewartet hat, wie sie sich der Kritik stellt. Um dann mit einer Z7 zu brillieren, die bessere Features als die Z6 hat. Noch dazu kommt, wenn ich eine Profi-Kamera auf den Markt bringe, dann muss ich auch Profi-Objektive auf den Markt bringen. Und nicht so, ich sag es mal vorsichtig, langweilige Objektive die Nikon bis jetzt für das Z-System veröffentlicht hat. Sorry, das macht in meinen Augen leider keinen Sinn.

Gerade deswegen habe ich äußerst interessiert zu Canon geschaut, die echt richtig attraktive Objektive für das R-System auf den Markt gebracht haben und weiterhin bringt. Mann so ein 2,0/28-70 und ein 1,2/50 würde mich echt reizen. Und hätte Canon bei seiner spiegellosen zwei Speicherkartenslots rausgebracht, wäre ich vermutlich bei Canon gelandet.

Weiterhin habe ich auch nie das Argument “Klein und Leicht” verstanden. Die hauseigene Konkurrenz zur Z6 ist die D750. Die mit angesetztem 1,8/35-Objektiv annähernd genauso leicht und klein wie die Z6 ist. Und wenn man 1,4er Festbrennweiten nutzen will, dann zieht das Argument klein und leicht wirklich nicht mehr. Da diese Objektive an der Z6 nur mit dem FTZ-Adapter nutzbar sind, der ganz schön aufträgt.

Testbericht Nikon Z6

Der Erste Eindruck der Z6

Dennoch habe ich mir die Z6 gegönnt. Jegliche Spezifikationen erspare ich mir. Diese könnt ihr auf der Nikon Seite entsprechend nachlesen.

Der Body und wie er sich anfühlt.

Ja es ist ein Nikon-Body und sieht auch ähnlich aus, und die Bedienelemente sind ähnlich angeordnet. Dennoch fühlt sie sich für mich nicht wie ein klassischer Nikon-Body an. Auch wenn das jeder im Vorfeld behauptet. Ich habe das Gefühl ich fotografiere mit einem anderen System. Dies ist zum einen der Tatsache geschuldet, dass es sich um eine spiegellose Kamera handelt, die ja grundsätzlich anders von der Bedienung ist, als auch der unterschiedlichen Autofokushandhabung, dem elektronischen Sucher, oder das andere Handling mit Blitz. 

Größe und Gewicht des Bodys finde ich nicht optimal. Sie ist mir persönlich etwas zu klein. Mein kleiner Finger, weiss bei der Kamera nicht wirklich wo er hin soll, und wandert ständig vom Griff zur Unterseite der Kamera.

Fingerproblem Nikon Z6

Sie dürfte für mich etwas höher sein. Zur Zeit gibt es leider keinen Hochformatgriff, den ich bei der Z6 wirklich begrüssen würde. Auch finde ich den Abstand zwischen dem Griff und dem Objektiv Bajonett zu eng. Ich komme zwar noch einigermassen an die beiden konfigurierbaren Buttons heran, aber als bequem empfinde ich das nicht. Denn ich nutze diese beiden Buttons sehr intensiv.

Buttons Nikon Z6

Ich muss diese mehr mit dem Fingernagel drücken, wie mit der Fingerkuppe. Auch sind meine Finger generell etwas zu lang, so dass mittlerweile bereits das Leder an dieser Stelle so stark aufgeraut ist, dass es anfängt abzublättern. Sehr unschön, wenn man bedenkt, dass ich diese Kamera noch nicht so lange nutze.

Griff der Nikon Z6

Dagegen mag ich, dass der Sucher ein wenig zurück versetzt ist, und dadurch meine Nase nicht so stark an das hintere Display drückt. Gerade auch für Brillenträger ein enormer Vorteil.

Testbericht Nikon Z6Die größte Katastrophe finde ich aber den FTZ-Adapter. Insbesondere die Stativbefestigung unten am Adapter. Diesen empfinde ich als extrem störend. Gerade wenn man die Kamera einfach nur in den Händen hält.

Handhaltung mit der Nikon Z6

Schön wäre es auch gewesen, wenn der FTZ-Adapter insgesamt schmaler gewesen wäre. Da angeschlossene Objektive extrem frontlastig werden. Klar ist konstruktionsbedingt, da das Z-Bajonett eben deutlich grösser ist. Dennoch fühlen sich schwere Objektive nicht wirklich gut an. Und damit meine ich Objektive, die mehr als 500 Gramm wiegen, was ja noch nicht wirklich schwer ist. Das geht auf Dauer ganz schön ins Handgelenk. Aber der FTZ-Adapter erfüllt seinen Zweck und funktioniert richtig gut.

Ein weiterer Kritikpunkt, es gibt keine beleuchtbaren Bedienelemente, wie z.b. in der D850. Ein nettes Feature, das im Dunkeln sehr hilfreich ist. Ebenso unschön ist der Knopf auf der Oberseite des Suchers. Dieser ist für die Umschaltung der Anzeige zwischen Sucher und Display verantwortlich. Dieser verstellt sich immer wieder wenn ich die Kamera am Körper hängen habe. Dadurch passiert es mir, dass ich die Kamera ans Auge halte, und kein Bild sehe. Weil z.b. unbeabsichtigt verstellt wurde, dass nur noch das rückwärtige Display funktioniert.

Button Sucher Nikon Z6

Noch ein weiterer Minuspunkt ist, je nachdem wie ich die Kamera aus meiner Tasche hole, bzw. wie eng sie gerade darin sitzt, passiert es mir immer wieder, dass ich ungewollt das Speicherkartenfach öffne. Zumindest ist die XQD-Karte ausreichend fest arretiert, dass sie nicht ungewollt herausfallen kann.

Zusammenfassend: für die Bedienung und Ergonomie bekommt die Nikon Z6 leider nur 2 von max 5 Punkten.

Der elektronische Sucher der Z6

Hier mache ich es kurz und knapp. Der elektronische Sucher ist fantastisch. Zu Beginn habe ich komplett vergessen, dass es sich um einen elektronischen Sucher handelt. Es sind kaum Aussetzer oder Verzögerungen zu sehen, wenn ich die Kamera schnell hin und her schwenke. Das einzige was mir auffällt, dass sich die Helligkeit leicht von der Helligkeit des fertigen Bildes unterscheidet. Da ich aber in der Nachbearbeitung die Belichtung so gut wie immer etwas reguliere, spielt dieser Punkt für mich keine entscheidende Rolle.

Sehr angenehm empfinde ich die Tatsache, dass man draussen bei hellem Licht seine Bilder im Sucher kontrollieren kann, anstatt auf dem Display.

Der Sucher bekommt von mir 5 von 5 Punkten.

Die ersten Erfahrungen in der Praxis

Nachdem ich meine erste Hochzeit mit der Z6 bestritten habe und diverse Shootings gemacht habe, will ich meine Erfahrungen hier zusammenfassen.

Erfahrung Hochzeit Nikon z6

Der Autofokus der Nikon Z6

Der Autofokus hat im Vorfeld viel Kritik einstecken müssen. Entsprechend waren meine Erwartungen niedrig. Daher war ich eher positiv überrascht, dass der Autofokus recht ordentlich funktioniert. Ich würde ihn entsprechend auf Augenhöhe zur D750 einstufen. Er kommt aber nicht an die Performance der D850 ran.

Das grosse Problem für mich ist, wie sich der Autofokus bedienen lässt. Es gibt unterschiedliche Autofokus-Modi, die sich gegenüber einer Nikon DSLR unterscheiden. Insbesondere tut es mir persönlich sehr weh, dass es kein 3D-Tracking gibt. Und dies alleine macht die Kamera in der Fokussierung für mich langsamer.

Test Autofokus Nikon Z6

Folgende Modi stehen für den kontinuierlichen Autofokus (Af-C) zur Verfügung: Einzelfeldsteuerung, erweiterte Einzelfeldsteuerung, grosse Messfeldsteuerung (S), erweiterte grosse Messfeldsteurung (L), und die automatische Messfeldsteuerung. Bei der automatischen Messfeldsteuerung und nur bei der automatischen Messfeldsteuerung kann die sogenannte Gesichtserkennung aktiviert werden. Im single shot modus gibt es noch die Nadelspitzen Messfeldsteuerung. Da ich aber ausschliesslich mit kontinuierlichem Autofokus arbeite, spielt diese für mich keine Rolle. Etwas enttäuschend ist, dass die Gesichtserkennung nur in der automatischen Messfeldsteuerung aktiviert werden kann.

Die Einzelfeldsteuerung, sowie die erweiterte Messfeldsteuerung funktioniert grundsätzlich sehr gut und reagiert zuverlässig, auch bei Gegenlicht. Die beiden grösseren Messfelder eigenen sich eher für eine Motivverfolgung bei sich bewegenden Motiven.

Autofokus der Nikon Z6

Die automatische Messfeldsteuerung mit der Gesichtserkennung finde ich wenig praktikabel. Sie funktioniert ganz gut, wenn nur ein Gesicht vorhanden ist. z.b. in Situationen wie beim getting ready o.ä. Aber bei mehreren Personen ist die Funktionalität nicht gut realisiert worden. Das liegt vor allem an der Bedienung. Ich arbeite grundsätzlich mit Back Button Fokus und einem kontinuierlichen AF. Wenn ich meinen AF-Punkt auf ein Gesicht lege und das Tracking aktiviere, dann wird eben dieses Gesicht verfolgt. Wenn ich den AF-Button nicht mehr betätige, wird dieses Gesicht vom AF weiter verfolgt. Ich muss erst die OK Taste betätigen, damit dieses Tracking beendet wird. Erst dann kann ich eine andere Person oder einen Gegenstand erneut verfolgen. Ich kann zwar auch mit den Tasten von Gesicht zu Gesicht springen, jedoch funktioniert dies nicht immer gut, und hinterlässt eher Frust. Je nachdem wie gut der AF in dieser Situation Gesichter erkennt.

Deswegen ist die automatische Gesichtserkennung in der Reportage nicht wirklich gut geeignet. Ein intuitives Arbeiten ist für mich damit nicht möglich, da der Autofokus gerne mal zu einem anderen Gesicht springt, das ich nicht gewollt habe. Wenn man über den rückwertigen Bildschirm arbeitet dann kann man mittels Fingertip von einer zur anderen Person wechseln. Dies funktioniert in der Praxis deutlich besser, als das Arbeiten über den Sucher.

Grundsätzlich vermisse ich einfach das 3D Tracking der DSLRs von Nikon. Im Mai soll ein Firmware Update kommen, in dem die Gesichtserkennung zu einer Augenerkennung verbessert wird. Ich hoffe mal, dass dabei auch die Funktionalität der Bedienung verbessert wird.

Zur Zeit arbeite ich entweder mit der Einzelfeldsteuerung oder der grossen Messfeldsteuerung (s). Mit Beiden komme ich gut zurecht. Da ich aber verstärkt wieder den Joystick nutzen muss, ist für mich die Z6 in der Bedienung langsamer als die D850 in Verbindung mit dem 3D Tracking und der Gesichtserkennung.

Das Tracking bei sich langsam auf mich zu bewegenden Motiven funktioniert gut. Hier konnte ich bis jetzt keine größeren Probleme feststellen. Sport würde ich allerdings mit der Kamera nicht fotografieren wollen. Da mir der Autofokus dafür dann doch nicht ausreichend schnell und zuverlässig genug funktioniert.

tracking Nikon Z6 Test Hochzeit Nikon Z6

Das fokussieren bei geringen Licht funktioniert gut. Wenn auch nicht ganz so schnell und zuverlässig wie mit der D850. Hier als Beispiel ein dunkler Raum. Die Z6 konnte fokussieren, wenn auch der AF deutlich langsamer war, und immer mal wieder etwas suchen musste.

Low light Fokussieren mit der Z6

Bild unten: Iso 51200, F2 1/15

low light Autofokus Nikon Z6

Hier ein paar weitere Beispielbilder, die bei einem Low Light Shooting entstanden sind.

low light autofocus Nikon Z6 low light autofocus Nikon Z6

Insgesamt würde ich die Autofokusperformance mit 3 von 5 Punkten bewerten.

Serienbildgeschwindigkeit und Buffer

Die maximale Serienbildgeschwindgkeit liegt bei 12 Bilder pro Sekunde. Es gibt folgende Einstellungen: Serienaufnahme langsam: 1 bis 5 Bilder/s. Serienaufnahme schnell: 5,5 Bilder/s. Serienaufnahme schnell (erweitert): 12 Bilder/s (14-Bit-NEF/RAW: 9 Bilder/s).

Leider kann man die Geschwindigkeit zwischen 12 und 5,5 nicht individuell einstellen. Da ich mit 14Bit-RAW Fotografiere, nutze ich somit eine Serienbildgeschwindigkeit von 9B/s, was für mich sehr gut passt. Bei der hohen Serienbildgeschwindigkeit gibt es kleine Aussetzer im Sucher, die es schwierig macht schnell bewegende Motive ausreichend genau zu fokussieren. Spielt aber für mich keine entscheidenden Rolle. Dies ist eher im Sport oder Wildlife Bereich interessant.

Der Buffer der Z6 ist sehr gut. So ab ca. 34 Bilder in Folge wird die Kamera langsamer. Aber wenn man kurz aufhört den Auslöser zu drücken, kann man sofort wieder mit einer hohen Serienbildgeschwindigkeit starten. Denn dank der XQD-Karte werden die Daten blitzschnell auf die Speicherkarte geschrieben, und der Buffer leert sich sofort. Somit kann nahezu unendlich lange fotografiert werden.

Akku-Leistung finde ich unproblematisch, und komme so ca. mit 2-3 Akkus pro Hochzeit hin. Das Auslösegeräusch ist sehr dezent und leise, und deswegen in Kirchen sehr vorteilhaft. Natürlich kann auch eine lautlose Auslösung verwendet werden, mit dem Nachteil, dass man durch das “Rolling Shutter Problem” eventuell Einbußen in der Bildqualität hinnehmen muss. Da aber das Auslösegeräusch so dezent ist, würde ich eine lautlose Auslösung nur in Notfällen benutzen.

Die Geschwindigkeit der Kamera bewerte ich mit 4 von 5 Punkten.

Bildqualität der Nikon Z6

Die Bildqualität ist einer der Bereiche in dem die Z6 wirklich Punkten kann. Rauscharme Bilder mit einem sehr hohen Dynamikumfang. Allerdings muss ich der Vollständigkeit halber erwähnen, dass wenn Bilder sehr stark gepuscht werden, in den dunklen Bereichen ein leichtes Banding auftritt. (Wer hier mehr Infos zu haben möchte, dem empfehle ich die Testberichte auf dpreview) Dies schmälert allerdings nur ein klein wenig den Gesamteindruck. Bei der D850 oder D750 tritt dieses Problem nicht auf. Da dies aber nur sichtbar ist, wenn Bilder extrem gepuscht werden, also ca. um 4-5 Stufen nachträglich aufgehellt werden, ist das für mich nicht wirklich relevant.

Bild unten: ISO 8000, keine Rauschreduzierung

Hoher Iso Wert Nikon Z6

1:1 Ausschnitt, ohne RauschreduzierungISO Nikon Z6

 

Was mich wirklich stört, ist der nicht immer stimmige Weissabgleich. Dies fällt insbesondere dann auf, wenn man zwei Kameras gleichzeitig nutzt.

Das untere Bild ist mit der D850 entstanden, mit automatischem Weissabgleich in Kamera

Weissabgleich Nikon Z6

Dieses Bild ist mit der Z6 entstanden ebenfalls mit automatischen Weissabgleich in Kamera.

Noch dazu wird der Weissabgleich von Lightroom nicht gut umgesetzt. Dies tritt dann auf, wenn man z.b. Bilder bearbeitet die mit der D850 gemacht wurden, und dann alle Einstellungen auf ein Bild der Z6 überträgt, das in der gleichen Situation entstanden ist. Diese Bilder werden stark magentalastig.

Hier das bearbeitete Bilder der Nikon D850 mit leichter Anpassung des Weissabgleichs.

Weissbabgleich Nikon Z6

Alle Einstellungen wurde auf das Bild der Z6 übertragen, inklusive dem Weissabgleich. Dies führt zu einem magentalastigem Bild.Weissbabgleich Nikon Z6

Dieses Problem hatte ich so noch nie. Dabei habe ich immer schon unterschiedliche Kameras gleichzeitig genutzt. Das führt dazu, dass ich mehr Zeit in der Nachbearbeitung benötige. Und jeder Hochzeitsfotograf weiss, was es bedeutet pro Bild zusätzliche Zeit zu investieren. Das summiert sich und macht bei vielen hundert Bildern keinen Spass. Wie gesagt, das mag für einige unproblematisch sein, aber wenn die Z6 neben anderen Kameras genutzt wird, dann wird der Arbeitsaufwand in der Bildbearbeitung größer. Ich hoffe das dieses Problem in Zukunft per Firmware gelöst wird.

Ein weitere negativer Punkt ist, daß Doppelbelichtungen nur noch als jpg gespeichert werden und nicht mehr als Raw-Datei, was sowohl in der D750 als auch D850 möglich war. Ein deutlicher Rückschritt, der für mich unerklärlich ist.

Aufgrund des Problems des Weissabgleich, vergebe ich lediglich 4 der 5 Punkte für die Bildqualität.

Fazit zum Test der Nikon Z6

Die Z6 hat klare Stärken und Schwächen. Zu den Stärken zähle ich die Bildqualität im hohen Iso-Bereich und die Geschwindigkeit. Zu den Schwächen, den Weissabgleich den verbesserungsbedürftigen Autofokus sowie die Ergonomie und Ausstattung mit dem einen Speicherkartenslot.

Dennoch ist es irgendwie eine Kamera, die mir viel Spass macht. Ich mag sie, obwohl mein Bericht nicht sehr positiv ausfällt. Das liegt aber überwiegend an der Tatsache, dass die Z6 extrem gut mit meinem Lieblingsobjektiv dem Nikkor 1,4/58mm funktioniert. Was nicht bei allen meinen Kameras der Fall ist. Es funktioniert zuverlässig, bildet scharf ab und fühlt sich trotz FTZ Adapter noch richtig gut an.

Für die Hochzeitsfotografie kann ich aber nicht wirklich eine Empfehlung aussprechen. Das liegt natürlich zum Großteil an dem einen Speicherkartenslot, aber auch an dem etwas fummeligen Autofokus. Nikon hat mit der D850 eine grossartige Kamera für die Hochzeitsfotografie geschaffen, und da kommt die Z6 bzw Z7 nicht heran. Es sind gute Kameras für Studio, Portrait- oder Landschaftsfotografie, aber nicht unbedingt für Reportage, Sport oder Wildlife. Ich bin sehr gespannt, was die Zukunft bringt.

Persönlich würde ich mir für die nächste Generation einen zweiten Speicherkartenslot, das 3D Tracking, und einen besseren Weißabgleich wünschen. Dann wäre ich richtig glücklich mit der Kamera.

Im Mai soll ein erstes grosse Firmwareupdate kommen, in dem der Autofokus merklich verbessert werden soll. Ebenso wird die Gesichtserkennung mit der Augenerkennung eingeführt.

Auch würde ich mir einen Hochformatgriff wünschen, da für mich die Z6 nicht wirklich gut in den Händen liegt. Sie ist mit dem FTZ Adapter sehr frontlastig und das geht ganz schön aufs Handgelenk, wenn man die Kamera den ganzen Tag in den Händen hält. 

Und dann wird es endlich mal Zeit, dass Nikon richtig interessante Objektive für das Z-System bringt. Denn alles was bisher veröffentlicht wurde ist, sagen wir es mal so, recht unsexy.

Ich werde zur Zeit die Z6 nur in bestimmten Situationen auf Hochzeiten einsetzen. Sie wird überwiegend auf einzelnen Shootings zum Einsatz kommen. Ich hoffe ich konnte euch mit meinem Test zur Nikon Z6 weiterhelfen. Wenn ihr Fragen haben solltet, dann schreibt mir doch einfach.

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